Variable Kosten

kurz erklärt

Variable Kosten – einfach erklärt

Variable Kosten gehören zu den zentralen Begriffen der Kostenrechnung und spielen sowohl in der Produktion als auch in der Planung eine bedeutende Rolle. Sie verändern sich immer dann, wenn sich die Produktionsmenge oder der Beschäftigungsgrad eines Unternehmens verändert. Genau deshalb nennt man sie auch mengenabhängige, veränderliche oder flexible Kosten.

Gemeinsam mit den fixen Kosten, die unabhängig von der Auslastung anfallen, ergeben sie die Gesamtkosten eines Unternehmens. Diese Gesamtkosten sind wiederum entscheidend, um den Gewinn zu bestimmen:
Erlös – fixe Kosten – variable Kosten = Gewinn
Somit beeinflussen variable Kosten nicht nur den operativen Erfolg, sondern auch die Gewinn- und Verlustrechnung und am Ende die Bilanz.

Auch in der Unternehmensplanung spielen variable Kosten eine wichtige Rolle. Wer zukünftige Produktionsmengen, Preise oder Deckungsbeiträge kalkulieren möchte, muss die Entwicklung der variablen Kosten möglichst genau einschätzen können.

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Wie werden variable Kosten berechnet?

Um variable Kosten zu bestimmen, zieht man von den Gesamtkosten einfach die fixen Kosten ab:

Variable Kosten = Gesamtkosten – Fixkosten

Im Rechnungswesen unterscheidet man vier Arten variabler Kosten – je nachdem, wie sie sich zur Produktionsmenge verhalten:

1. Proportionale Kosten

Sie steigen in gleichem Verhältnis zur Menge.
Verdoppelt sich die Produktion, verdoppeln sich auch die Kosten.
Beispiele: Rohstoffe, Verpackungsmaterial.

2. Degressive Kosten

Sie steigen langsamer als die Produktionsmenge.
Wird die Menge verdoppelt, steigen die Kosten vielleicht nur um das 1,5-Fache.
Oft entstehen degressive Kosten durch Mengenrabatte oder effizientere Abläufe bei größeren Produktionsmengen.

3. Progressive Kosten

Sie steigen überproportional, also schneller als die Menge.
Verdoppelt sich die Produktion, können die Kosten z. B. auf das Vierfache steigen.
Dies passiert häufig, wenn Maschinen überlastet werden oder Schichtzulagen anfallen.

4. Regressive Kosten

Sie verhalten sich entgegengesetzt zur Produktionsmenge.
Sinkt die Produktion, steigen die Kosten – und umgekehrt.
Das kann z. B. passieren, wenn bestimmte Kapazitäten trotz geringer Auslastung teurer werden.

Typische Beispiele für variable Kosten

Variable Kosten entstehen überall dort, wo ein Unternehmen direkt abhängig von Menge oder Leistung Geld ausgibt. Häufige Beispiele sind:

Rohstoffe (klassisch proportionale Kosten)

Je mehr Produkte hergestellt werden, desto mehr Material wird benötigt. Die Kosten steigen also nahezu im gleichen Verhältnis wie die Menge.

Transportkosten (oft degressiv)

Bei höheren Mengen werden mehr Fahrzeuge oder Fahrten nötig. Allerdings können Rabatte bei Speditionen, optimierte Routen oder eine bessere Auslastung der LKW dazu führen, dass die Kosten im Verhältnis langsamer steigen als die Produktionsmenge.

Weitere Beispiele:

  • Energieverbrauch in der Produktion
  • Verpackungskosten
  • Fertigungslöhne (in manchen Branchen)
  • Maschinenstunden bei flexibel einsetzbaren Geräten
  • Provisionen im Vertrieb

Variable Kosten machen also sichtbar, wie stark die Kostenstruktur eines Unternehmens vom Absatz abhängt – und damit auch, wie flexibel oder risikoreich das Geschäftsmodell ist.

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