Gewerbesteuer

kurz erklärt

Gewerbesteuer – Definition, Berechnung und Freibetrag

Die Gewerbesteuer ist eine ertragsabhängige Steuer, die in Deutschland von allen Gewerbetreibenden an die jeweilige Gemeinde gezahlt wird, in der sich der Betriebssitz befindet.
Sie zählt zu den wichtigsten Einnahmequellen der Kommunen und dient der Finanzierung öffentlicher Aufgaben auf lokaler Ebene – etwa im Bereich Infrastruktur, Bildung oder soziale Einrichtungen.

Während natürliche Personen und Freiberufler grundsätzlich keine Gewerbesteuer zahlen, betrifft sie alle Unternehmen, die gewerbliche Einkünfte im Sinne des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) erzielen.

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Grundlagen der Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer gehört zu den sogenannten Realsteuern und wird auf den Gewinn von Unternehmen erhoben, die ein Gewerbe betreiben.
Die gesetzliche Grundlage bildet das Gewerbesteuergesetz (GewStG), das bundeseinheitliche Regeln vorgibt – die konkrete Höhe der Steuer hängt jedoch von der jeweiligen Gemeinde ab.

Jede Kommune legt ihren eigenen Gewerbesteuerhebesatz fest. Dieser Hebesatz kann je nach Standort erheblich variieren und ist damit ein wichtiger Standortfaktor. Großstädte wie München oder Frankfurt haben meist höhere Hebesätze als ländliche Regionen.
Die finanzielle Belastung durch die Gewerbesteuer kann also je nach Unternehmenssitz unterschiedlich ausfallen.

Berechnung der Gewerbesteuer

Die Berechnung der Gewerbesteuer erfolgt in mehreren Schritten und basiert auf dem sogenannten Gewerbeertrag. Dieser ist in § 7 GewStG definiert und entspricht grundsätzlich dem steuerlichen Gewinn des Unternehmens, der um bestimmte Hinzurechnungen und Kürzungen (nach §§ 8 und 9 GewStG) angepasst wird.

  1. Ermittlung des Gewerbeertrags
    Der Ausgangspunkt ist der Gewinn laut Einkommensteuer- oder Körperschaftsteuerbescheid.
    Anschließend werden Hinzurechnungen (z. B. Teile von Mieten, Zinsen oder Pachten) und Kürzungen (z. B. für ausländische Betriebsstätten oder bestimmte Beteiligungen) berücksichtigt.
  2. Anwendung der Steuermesszahl
    Auf den bereinigten Gewerbeertrag wird eine Steuermesszahl von 3,5 % angewendet. Das Ergebnis ist der sogenannte Steuermessbetrag.
  3. Berücksichtigung des Hebesatzes der Gemeinde
    Der Steuermessbetrag wird anschließend mit dem Hebesatz der jeweiligen Gemeinde multipliziert.
    So ergibt sich die tatsächlich zu zahlende Gewerbesteuer.

Beispiel:
Beträgt der Gewerbeertrag 100.000 €, liegt der Steuermessbetrag bei 3.500 €.
Hat die Gemeinde einen Hebesatz von 400 %, ergibt sich eine Gewerbesteuer von 14.000 € (3.500 € × 400 %).

Der Gewerbesteuer-Freibetrag

Für kleinere Betriebe sieht das Gewerbesteuergesetz einen Freibetrag von 24.500 € (§ 11 GewStG) vor.
Das bedeutet: Nur der Teil des Gewerbeertrags, der über diesen Betrag hinausgeht, wird versteuert.

Dieser Freibetrag gilt jedoch ausschließlich für:

  • Einzelunternehmen
  • Personengesellschaften (z. B. OHG, KG)

Kapitalgesellschaften wie GmbH oder AG sind vom Freibetrag ausgeschlossen. Sie müssen die Gewerbesteuer auf ihren gesamten Gewinn entrichten, unabhängig von der Höhe des Ertrags.

Der Freibetrag sorgt dafür, dass kleinere Unternehmen steuerlich entlastet werden und ihre Liquidität besser planen können.

Gewerbesteuer-Rechner – einfache Ermittlung der Steuerlast

Zur schnellen Berechnung der individuellen Steuerbelastung stehen zahlreiche Online-Gewerbesteuerrechner zur Verfügung.
Diese Tools ermöglichen es, durch Eingabe von Gewerbeertrag, Steuermesszahl und Hebesatz die voraussichtliche Gewerbesteuer innerhalb weniger Sekunden zu berechnen.

Ein solcher Rechner hilft insbesondere:

  • bei der Steuerplanung und Liquiditätsvorschau,
  • beim Vergleich verschiedener Standorte,
  • und bei der Vorbereitung auf den Jahresabschluss.

Die Gewerbesteuer ist ein zentraler Bestandteil des deutschen Steuersystems und trägt wesentlich zur Finanzierung kommunaler Aufgaben bei.
Ihre Höhe hängt maßgeblich von der Ertragskraft des Unternehmens und dem Hebesatz der Gemeinde ab.
Durch den Freibetrag werden kleinere Unternehmen entlastet, während größere Betriebe entsprechend ihres Gewinns einen höheren Beitrag leisten.
Ein fundiertes Verständnis der Berechnungsgrundlagen hilft Unternehmen, ihre Steuerlast zu optimieren und finanzielle Entscheidungen gezielt zu treffen.

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